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Umpacken in der Fahrradbranche

Aktualisiert: 16. Aug. 2023

circular logistics kommt mit einem Ansatz zur Kreislaufwirtschaft im Fahrradversand.


Karton oder Plastik – welche Verpackung hat die bessere Ökobilanz?

Diese Frage haben Christine Collins und Matthias Höfer mit ihrer cradle-to-cradle Verpackungslösung beantwortet. Mit ihren vielfach wiederverwendbaren Boxen aus 100% recyclebarem Kunststoff werden künftig Bikes versendet. Und der Clou dabei ist, dass die einteilige Box so klein faltbar ist, dass jeder Paketdienst die leeren Boxen zu ihrem nächsten Einsatzort bringen kann. Ist der Lebenszyklus der Boxen am Ende nehmen die beiden „Senior-Gründer“ die Boxen aus dem Kreislauf, schreddern sie und machen neue Boxen daraus.


Karton oder Plastik?

Ständig werden wir in den Medien mit Bildern von Plastikmüllbergen und verschmutzten Ozeanen konfrontiert. Betrachtet man das Problem jedoch ein wenig genauer und bezieht die Gesamt-CO2-Bilanz der beiden unterschiedlichen Verpackungsmaterialien ins Kalkül ein, so ergibt sich schnell ein anderes Bild.

Pappkartons im Versand sind weniger ökologisch als Kunststoffverpackungen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Zum einen ist Kunststoff wesentlich reißfester als Papier und somit haltbarer und belastbarer. Kunststoffverpackungen können zig-Mal wiederverwendet werden, ohne zu zerreißen oder sich im Regen aufzulösen. Die Herstellung von Papier ist sehr energieintensiv, große Mengen an Wasser werden verbraucht und am Ende löst sich die Holzfaser unausweichlich in CO2 auf. Die großartige Eigenschaft von Holz, als Co2 Speicher zu dienen ist damit zunichte gemacht. Außerdem benötigt man für die Herstellung reißfester Zellstofffasern Chemikalien, wie Natronlauge, Sulfite und Sulfate zur Anwendung, die zu negativen Umweltauswirkungen und erhöhtem Energieeinsatz bei der Entsorgung führen.

Circular Economy als Lösungsansatz

Die Circular Economy gilt als Maßstab für ein neues, nachhaltiges Wirtschaften. Produkte werden über ihren gesamten Lebenszyklus und darüber hinaus betrachtet und alle Stufen der Wertschöpfungskette einbezogen. Dazu ist eine weitreichende und strategische Transformation der Wirtschaft notwendig – für die Logistik bedeutet das weg vom klassischen Supply Chain Management hin zum Management von Circular Supply Chains.[i]


Der Leitgedanke der Circular Economy ist es, Rohstoffe weitgehend abfall- und emissionsfrei so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten. Hierzu müssen ausgediente Produkte bzw. Materialien nach ihrer ursprünglichen Nutzung auf höchstmöglicher Wertschöpfungsstufe gehalten werden. Um eine solche zirkuläre Wirtschaftsweise zu realisieren, sind – neben Ansätzen zum recyclinggerechten Produktdesign und neuen Geschäftsmodellen – angepasste Logistikkonzepte zur Koordinierung der Stoff- und Informationsflüsse unabdingbar.

Im Sinne einer Circular Economy müssen Produkte daher bereits beim Design auf eine Kreislauffähigkeit hin konzipiert werden.

In einer Studie des Frauenhoferinstituts über CO2 Emissionen in der Kreislaufwirtschaft kam es zu dem Ergebnis, dass wiederverwendete Verpackungen klimafreundlicher sind als Einweg Verpackungen. [ii]



Aus dieser Studie geht hervor, dass die Entsorgungs-/Recyclingsprozesse von Einwegkartons die Haupttreiber der CO2 Emissionen sind. Diese sind mit 2.875kg CO2 insgesamt 20 x höher als die 0.15kg CO2, die beim Transport emittiert werden.

Bei Mehrwegverpackungen hat die Anzahl der Umläufe daher den größten Einfluss auf den CO2 Ausstoß. Eine Steigerung von fünf auf zehn Umläufe reduziert die CO2 Werte um etwa 40 Prozent. Bei 30 Umläufen reduziert sich dieser um ungefähr 80 Prozent. [iii]


Circular Economy und BikeBox PRO

Christine und Matthias sind überzeugt, dass ihre Lösung zum Standard im Fahrradversand im Zeitalter der Nachhaltigkeit werden wird. Mit ihrem intelligenten Portal zur Versandsteuerung und -kontrolle sind sie in der Lage die einzelnen Boxen zu verfolgen und sicherzustellen, dass alle Boxen im Kreislauf bleiben.



Bereits 2019 hat die Ur-BikeBox den Eurobike StartUp Award gewonnen. Das innovative Konzept überzeugte die hochkarätige Jury vor allem wegen des disruptiven Potentials für die Branche.


Die Anwendung BikeBox PRO ist denkbar einfach:

- Verpacken des Fahrrads in die BikeBox

- Lieferung des verpackten Fahrrades zum Kunden

- Auspacken des Fahrrades

- Zusammenfalten der Box und Anbringen des Retouren-Labels

- Abholung der Box und Rücktransport zurück zum Verpacker


Über 40 derartige Umläufe prognostizieren die Gründer im Schnitt für jede Box, bevor sie ins Recycling geht und als neue Box wieder in den Kreislauf eingeschleust wird. So wird diese Lösung den Pappkarton am Ende nicht nur bei der Co2 Bilanz schlagen, sondern auch auf der wirtschaftlichen Ebene im Vorteil sein.

Erfahren Sie mehr: www.bikeboxpro.com


Kontakt: circular logistics Christine Collins & Matthias Hoefer GbR Starnbergerstr. 47 82343 Poecking c.collins@bikeboxpro.com


Literaturnachweis:

[i] Die Grundlagen der Kreislaufwirtschaft. Signals on April 22, 2022. https://www.sig.biz/signals/de/articles/die-grundlagen-der-kreislaufwirtschaft


[ii] CIRCULAR ECONOMY LOGISTICS: FÜR EINE KREISLAUFWIRTSCHAFT 4.0. Fraunhofer Institut, 2017. https://www.innovationslabor-logistik.de/wp-content/uploads/2017/10/07_Whitepaper_CE_WEB.pdf

[iii] Fraunhofer study proves: xpacks reduce CO2 emissions by around 80 percent https://www.xpack.net/en/2021/10/19/fraunhofer-study-proves-xpacks-reduce-co2-emissions-by-around-80-percent/

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